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Veröffentlicht am 22. Juli 2025

Glasfaser in der Schweiz

Glasfaseranschlüsse im Verhältnis zu allen Breitband-Abonnementen

Diese Grafik zeigt die Entwicklung des Anteils von Glasfaser an den gesamten Festnetz-Breitband-Internetanschlüssen in den OECD-Ländern zwischen 2020 und 2024. Jedes Land ist durch einen blauen Balken dargestellt, der den Anteil von Glasfaser im Jahr 2024 angibt. Zwei weitere Markierungen zeigen den Anteil der Glasfaser im Jahr 2022 (ein weisser Kreis) und im Jahr 2020 (ein kleiner horizontaler Strich), sodass die Entwicklung im Zeitverlauf verfolgt werden kann. Die Länder sind von links nach rechts nach der höchsten bis zur niedrigsten Glasfaserpenetrationsrate im Jahr 2024 geordnet. Es ist deutlich zu erkennen, dass Island und Südkorea mit mehr als 90 % der Glasfaseranschlüsse an der Spitze liegen. Am anderen Ende der Skala weisen Belgien, Griechenland, Österreich und Deutschland mit weniger als 20 % die niedrigsten Anteile auf. Die Grafik zeigt auch den OECD-Durchschnitt, dargestellt durch einen violetten Balken. Dieser Durchschnitt liegt 2024 bei etwa 44,6 %, gegenüber 36,3 % im Jahr 2022 und knapp 29,2 % im Jahr 2020, was ein kontinuierliches Wachstum der Glasfaser in allen OECD-Ländern zeigt. Die Schweiz schreitet langsam voran und liegt mit einer Quote von 33,2 % im Jahr 2024 gegenüber 26,5 % im Jahr 2022 und 21,6 % im Jahr 2020 weiterhin etwas hinter dem Durchschnitt zurück.

Im Unterschied zur hochstehenden Versorgung mit Breitbandinternet über hybride Festnetze gehört die Schweiz bei der Erschliessung mit Glasfaser bis in die Haushalte (FTTH) nicht zur Weltspitze.

Seit mehreren Jahren werden im Rahmen von Kooperationen zwischen Swisscom und lokalen Energieversorgern (EVU) in zahlreichen Städten und Regionen FTTH-Netze gebaut. An andern Orten wiederum investieren einzelne politische Gemeinden im Alleingang in FTTH. Neben den Kooperationen investiert Swisscom an vielen Orten auch alleine in die Modernisierung des Festnetzes. Auch die CATV-Betreiberinnen investieren laufend in den Glasfaserausbau und in DOCSIS 3.0 (bzw. in DOCSIS 3.1) über Coax-Kabel.

Der Wettbewerb wird auch von Swiss Fibre Net AG (SFN) belebt, ein Netzverbund von zahlreichen Energieversorgern, die lokale Glasfasernetze erbaut haben, bietet Diensteanbieterinnen ohne eigenes Anschlussnetz (z.B. Init7, 1tv, iWay.ch, GGA Maur, Salt, Sunrise, VTX) die Möglichkeit, über eine gemeinsame Plattform schweizweit einheitliche FTTH-Produkte zum Wiederverkauf zu beziehen.

Mit der Firma Swiss4net investiert eine weitere Firma in den Aufbau und Betreib von lokalen Glasfasernetzen. Swiss4net plant, baut und finanziert FTTH-Netze in P2P-Architektur in Gemeinden und Städten, wo sie die nötigen Rohranlagen von der Gemeinde oder dem Energieversorger längerfristig mieten kann. Swiss4net verfügt mittlerweile über mindestens acht lokale Glasfasernetze (z.B. in Morges und Pully, in Chiasso und Ascona oder in Baden und Wettingen). Über die von Swiss4net betriebenen Netze bieten verschiedene Telecom-Anbieterinnen ihre Angebote an.

Die Zahl der genutzten Glasfaserabonnemente (FTTH/B) in der Schweiz nimmt langsam zu, wobei der Breitbandmarkt mit rund 4,25 Millionen Anschlüssen nahezu gesättigt ist. Das Wachstum des Glasfasersegments ist in erster Linie auf den Umstieg von DSL- und CATV-Abonnentinnen und -Abonnenten auf Glasfasertechnologie zurückzuführen. Die geschätzte Anzahl von etwa 1,4 Millionen genutzter Glasfaseranschlüsse entsprach Ende 2024 rund 32 % der Breitbandanschlüsse in der Schweiz.

Im internationalen Vergleich verzeichnet die Schweiz eine jährliche Wachstumsrate der Glasfaserabonnementen (+16,3 % zwischen Juni 2023 und Juni 2024), die über dem Durchschnitt der OECD-Länder (+11,7 %) und einigen ihrer Nachbarländer liegt. Frankreich (+16 %) und Österreich (14,9 %), aber unter Italien mit einem Wachstum von 26,3 % und Deutschland (22,3 %).

Bei der Glasfasernutzung liegt die Schweiz mit 32 % im internationalen Vergleich immer noch im Rückstand: In den OECD-Ländern lag die Glasfaserpenetration gemessen an den Breitbandanschlüssen Mitte 2024 bei über 44,6 %. Zwar ist die Schweiz besser positioniert als die meisten Nachbarländer wie Italien (27,3 %), Deutschland (12,2 %) und Österreich (12 %); nur Frankreich hat einen relativ hohen Anteil an Glasfaserabonnementen (70,9 %).