Glasfaser in der Schweiz
Glasfaseranschlüsse im Verhältnis zu allen Breitband-Abonnementen

Im Unterschied zur hochstehenden Versorgung mit Breitbandinternet über hybride Festnetze gehört die Schweiz bei der Erschliessung mit Glasfaser bis in die Haushalte (FTTH) nicht zur Weltspitze.
Seit mehreren Jahren werden im Rahmen von Kooperationen zwischen Swisscom und lokalen Energieversorgern (EVU) in zahlreichen Städten und Regionen FTTH-Netze gebaut. An andern Orten wiederum investieren einzelne politische Gemeinden im Alleingang in FTTH. Neben den Kooperationen investiert Swisscom an vielen Orten auch alleine in die Modernisierung des Festnetzes. Auch die CATV-Betreiberinnen investieren laufend in den Glasfaserausbau und in DOCSIS 3.0 (bzw. in DOCSIS 3.1) über Coax-Kabel.
Der Wettbewerb wird auch von Swiss Fibre Net AG (SFN) belebt, ein Netzverbund von zahlreichen Energieversorgern, die lokale Glasfasernetze erbaut haben, bietet Diensteanbieterinnen ohne eigenes Anschlussnetz (z.B. Init7, 1tv, iWay.ch, GGA Maur, Salt, Sunrise, VTX) die Möglichkeit, über eine gemeinsame Plattform schweizweit einheitliche FTTH-Produkte zum Wiederverkauf zu beziehen.
Mit der Firma Swiss4net investiert eine weitere Firma in den Aufbau und Betreib von lokalen Glasfasernetzen. Swiss4net plant, baut und finanziert FTTH-Netze in P2P-Architektur in Gemeinden und Städten, wo sie die nötigen Rohranlagen von der Gemeinde oder dem Energieversorger längerfristig mieten kann. Swiss4net verfügt mittlerweile über mindestens acht lokale Glasfasernetze (z.B. in Morges und Pully, in Chiasso und Ascona oder in Baden und Wettingen). Über die von Swiss4net betriebenen Netze bieten verschiedene Telecom-Anbieterinnen ihre Angebote an.
Die Zahl der genutzten Glasfaserabonnemente (FTTH/B) in der Schweiz nimmt langsam zu, wobei der Breitbandmarkt mit rund 4,25 Millionen Anschlüssen nahezu gesättigt ist. Das Wachstum des Glasfasersegments ist in erster Linie auf den Umstieg von DSL- und CATV-Abonnentinnen und -Abonnenten auf Glasfasertechnologie zurückzuführen. Die geschätzte Anzahl von etwa 1,4 Millionen genutzter Glasfaseranschlüsse entsprach Ende 2024 rund 32 % der Breitbandanschlüsse in der Schweiz.
Im internationalen Vergleich verzeichnet die Schweiz eine jährliche Wachstumsrate der Glasfaserabonnementen (+16,3 % zwischen Juni 2023 und Juni 2024), die über dem Durchschnitt der OECD-Länder (+11,7 %) und einigen ihrer Nachbarländer liegt. Frankreich (+16 %) und Österreich (14,9 %), aber unter Italien mit einem Wachstum von 26,3 % und Deutschland (22,3 %).
Bei der Glasfasernutzung liegt die Schweiz mit 32 % im internationalen Vergleich immer noch im Rückstand: In den OECD-Ländern lag die Glasfaserpenetration gemessen an den Breitbandanschlüssen Mitte 2024 bei über 44,6 %. Zwar ist die Schweiz besser positioniert als die meisten Nachbarländer wie Italien (27,3 %), Deutschland (12,2 %) und Österreich (12 %); nur Frankreich hat einen relativ hohen Anteil an Glasfaserabonnementen (70,9 %).