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Veröffentlicht am 26. September 2024

Breitbandmarkt im Festnetz

Breitband-Marktanteile

Marktanteile der Breitbandanschlüsse in der Schweiz

Betrachtet man die Gesamtheit der Breitbandanbieterinnen (CATV, DSL und FTTx), so zeigt sich, dass Swisscom mit einem Marktanteil von rund 46,5 % Ende 2023 ihren wichtigsten Konkurrentinnen noch immer weit voraus ist.

Der Marktanteil von Sunrise lag bei rund 27,5 %, jener der CATV-Betreiberinnen betrug etwa 13,5 % (einschliesslich Quickline mit 4 %), während der Marktanteil der anderen Telekom-Betreiberinnen 7,5 % und von Salt 5 % erreichte.

* Die oben aufgeführten Zahlen zu den Breitbandanschlüssen in der Schweiz beinhalten auch die FTTH/B-Abonnentinnen und –Abonnenten, die Kundinnen und Kunden von Swisscom, die über hybride Glasfaser- und Kupfer-Technologien (FTTC und FTTS) versorgt werden, sowie die Kunden alternativer Anbieterinnen, die das Netz der historischen Anbieterin oder die Infrastruktur der Stadtwerke nutzen.

Breitband-Penetration

Marktdurchdringung der Breitband-Anschlüsse in den OECD-Ländern (per 100 Einwohner, Mitte 2023)

Die Schweiz verfügt über eine sehr leistungsstarke Breitbandinfrastruktur. Vom Wettbewerb zwischen verschiedenen Infrastrukturen und Dienstleistungen profitieren die Volkswirtschaft und die Bevölkerung aufgrund einer vielfältigen Produktauswahl.

Die Schweiz weist eine hohe Zahl an Breitband-Abonnementen auf dem Festnetz auf 49,1 % der Schweizer Bevölkerung verfügten Mitte 2023 über einen Breitband-Internetanschluss. Damit festigte die Schweiz ihre Spitzenposition im OECD-weiten Vergleich: Sie liegt noch immer vor Frankreich (46,9 %), Südkorea (46,2 %) und Norwegen (46 %). Im gleichen Zeitraum betrug der Durchschnitt der OECD-Länder 35,6 %; derjenige der EU-Länder belief sich im Juli 2022 auf 37 %.

Entwicklung der Breitband-Anschlüsse in den OECD-Ländern, Top 7 der führenden Länder, 2008-2023 (per 100 Einwohner)

Breitband-Übertragungsraten

Im internationalen Vergleich zählt die Schweiz weiterhin zu den am besten vernetzten Ländern. Sie weist nicht nur eine hohe Breitbandpenetration auf, sondern bietet den Internetnutzerinnen und -nutzern auch immer höhere Übertragungsraten.

Seit vielen Jahren steht die Schweiz an der Spitze der OECD-Rangliste für Breitbandverbindungen, die mittels verschiedener Festnetz-Technologien (Kupfer, TV-Kabel, Glasfaser) bereitgestellt werden.

Beachten Sie, dass seit dem 1. September 2021 die wichtigsten Anbieterinnen in der Schweiz ihrer Kundschaft ein standardisiertes Instrument zur Messung der Qualität des eigenen Internetzugangs zur Verfügung stellen. Dieses ist unter www.networktest.ch und in den App-Shops für mobile Geräte verfügbar.

Glasfaser in der Schweiz

Im Unterschied zur hochstehenden Versorgung mit Breitbandinternet über hybride Festnetze gehört die Schweiz bei der Erschliessung mit Glasfaser bis in die Haushalte (FTTH) nicht zur Weltspitze.

Seit mehreren Jahren werden im Rahmen von Kooperationen zwischen Swisscom und lokalen Energieversorgern (EVU) in zahlreichen Städten und Regionen FTTH-Netze gebaut. An andern Orten wiederum investieren einzelne politische Gemeinden im Alleingang in FTTH. Neben den Kooperationen investiert Swisscom an vielen Orten auch alleine in die Modernisierung des Festnetzes. Auch die CATV-Betreiberinnen investieren laufend in den Glasfaserausbau und in DOCSIS 3.0 (bzw. in DOCSIS 3.1) über Coax-Kabel.

Der Wettbewerb wird auch von Swiss Fibre Net AG (SFN) belebt, ein Netzverbund von zahlreichen Energieversorgern, die lokale Glasfasernetze erbaut haben, bietet Diensteanbieterinnen ohne eigenes Anschlussnetz (z.B. Init7, 1tv, iWay.ch, GGA Maur, Salt, Sunrise, VTX) die Möglichkeit, über eine gemeinsame Plattform schweizweit einheitliche FTTH-Produkte zum Wiederverkauf zu beziehen.

Mit der Firma Swiss4net investiert eine weitere Firma in den Aufbau und Betreib von lokalen Glasfasernetzen. Swiss4net plant, baut und finanziert FTTH-Netze in P2P-Architektur in Gemeinden und Städten, wo sie die nötigen Rohranlagen von der Gemeinde oder dem Energieversorger längerfristig mieten kann. Swiss4net verfügt mittlerweile über mindestens acht lokale Glasfasernetze (z.B. in Morges und Pully, in Chiasso und Ascona oder in Baden und Wettingen). Über die von Swiss4net betriebenen Netze bieten verschiedene Telecom-Anbieterinnen ihre Angebote an.

Die Zahl der genutzten Glasfaserabonnemente (FTTH/B) in der Schweiz nimmt langsam zu, wobei der Breitbandmarkt mit rund 4,25 Millionen Anschlüssen nahezu gesättigt ist. Das Wachstum des Glasfasersegments ist in erster Linie auf den Umstieg von DSL- und CATV-Abonnentinnen und -Abonnenten auf Glasfasertechnologie zurückzuführen. Die geschätzte Anzahl von etwa 1,2 Millionen genutzter Glasfaseranschlüsse entsprach Ende 2023 rund 27 % der Breitbandanschlüsse in der Schweiz.

Im internationalen Vergleich liegt das Wachstum bei den Glasfaserabonnementen in der Schweiz (+4,8 % zwischen Juni 2022 und Juni 2023) unter dem Durchschnitt der OECD-Länder (+16,8 %) und deutlich unter demjenigen ihrer Nachbarn. Österreich verzeichnet ein Wachstum von 75,1 %, Italien von 28,4 %, Deutschland von 27,8 % und Frankreich von 21,5 %.

Bei der Glasfasernutzung liegt die Schweiz mit 27 % im internationalen Vergleich immer noch im Rückstand: In den OECD-Ländern lag die Glasfaserpenetration gemessen an den Breitbandanschlüssen Mitte 2023 bei über 41 %. Zwar ist die Schweiz besser positioniert als die meisten Nachbarländer wie Italien (21,7 %), Österreich (10,4 %) oder Deutschland (10,1 %); nur Frankreich hat einen relativ hohen Anteil an Glasfaserabonnementen (61,7 %) und zählt damit zu den 15 OECD-Ländern, in denen dieser Anteil über 50 % beträgt.

Digitales Fernsehen

Der Markt für digitales Fernsehen ist Teil einer sich schnell verändernden Medienlandschaft.

Die auf dem Digitalfernsehmarkt tätigen Telekom-Anbieterinnen und CATV-Betreiberinnen sind mit einer wachsenden Konkurrenz konfrontiert, da es immer mehr Akteure mit Kombi-Angeboten und auch immer mehr Angebote von Streaming-Plattformen gibt. Zusätzlich zu den populärsten amerikanischen Giganten Netflix, Disney+ und YouTube haben seit Ende 2022 Paramount+ (zuerst in Partnerschaft mit Canal+) und seit September 2023 mit Swisscom auf dem Schweizer Markt Fuss gefasst. Im Jahr 2023 haben sich die TV-Streaming-Anbieterin Zattoo und die Internetanbieterin Init7 zusammengeschlossen und Ende August Zattoo Home eingeführt. Die IPTV-Anbieterin Teleboy hat, in Partnerschaft mit Swisscom, ebenfalls Internet-Zugänge im Angebot.

Vor diesem besonderen Hintergrund verzeichneten die Telekom-Anbieterinnen bei der TV-Kundschaft in den letzten rund fünf Jahren einen Rückgang um jährlich etwa 1 %. Zwischen 2022 und 2023 betrug dieser Rückgang 32 000 Kundinnen und Kunden (–0,8 %).

Zudem hat die Fusion von Sunrise und UPC im Jahr 2021 das Kräfteverhältnis zwischen den Hauptakteuren in diesem Marktsegment erheblich verändert, ohne sich aber bislang effektiv auf die Marktstruktur auszuwirken.

Swisscom hat die Vorrangstellung, die sie 2015 von UPC übernommen hatte, auch in der schwierigen Wirtschaftslage behauptet. Trotz des Verlusts von 34 000 Kundinnen und Kunden im Jahr 2023 (–2,2 %) zählte Swisscom 1,54 Millionen Digital-TV-Abonnentinnen und -Abonnenten; Ende 2023 sank ihr Marktanteil geringfügig auf 40 %.

Im gleichen Zeitraum verlor auch Sunrise (inkl. UPC) rund 17 000 Kundinnen und Kunden (–1,4 %), konnte ihren Marktanteil von 31,5 % jedoch halten.

Bei Quickline, dem Verbund mehrerer CATV-Betreiberinnen, nahm die Zahl der TV-Kundinnen und -Kunden leicht ab (–2600 bzw. –0,9 %). Mit knapp 300 000 Kundinnen und Kunden per Ende 2023 verharrte der Marktanteil von Quickline bei rund 8 %. Der Marktanteil der übrigen CATV-Betreiberinnen erreichte etwa 14,5 % und derjenige von Salt 6 %.