Mobilfunkabdeckung

Mobilfunkabdeckung in der Schweiz  

LTE-Abdeckung in der Schweiz, Dezember 2019
(in % der Bevölkerung)

LTE-Abdeckung
Quellen: Betreiberinnen

Die Mobilfunkabdeckung ist in der Schweiz nahezu vollständig.

Die GSM-Netze (2G), die in erster Linie für die Sprachtelefonie und auf den Austausch kleiner Datenmengen (SMS, E-Mail) konzipiert waren, werden nach und nach durch modernere Technologien abgelöst. Bereits heute wird die grosse Mehrheit der Telefonverbindungen über modernere Netze (3G und 4G) abgewickelt, und der Anteil von 2G am gesamten Verkehr liegt inzwischen bei weniger als 1 %.

Bei den UMTS/HSPA-Diensten (3G), die einen mobilen Internetzugang mit einer Geschwindig¬keit von 42 Mbit/s ermöglichen, erreicht die Bevölkerungsabdeckung in der Schweiz je nach Betreiberin bis zu 99 %. Diese Dienste dürften noch während einiger Jahre parallel zu den Technologien der neuesten Generation (4G und 5G) angeboten werden.

Um das anhaltende Wachstum des Datenverkehrs in den Mobilfunknetzen bewältigen zu können, setzen die Betreiberinnen die Modernisierung ihrer Mobilfunknetze in der Schweiz fort. Swisscom hatte ihr LTE-Netz bereits Ende November 2012 in Betrieb genommen, Sunrise und Salt folgten im Frühling 2013.

Mit der LTE-Technologie (Long Term Evolution; 4G) wird ein grosser Entwicklungssprung gegenüber den Mobilfunknetzen der Vorgängergenerationen UMTS, HSDPA und HSDPA+ (3G) vollzogen. LTE ermöglicht den Hochgeschwindigkeitszugang zu den Mobilfunknetzen. Dank der neuen Generation der 4G/LTE-Netze kann das mobile Internet theoretisch mit einer maximalen Geschwindigkeit von bis zu 150 Mbit/s genutzt werden. Diese theoretische Höchstgeschwindigkeit wird indessen auf sämtliche Nutzerinnen und Nutzer innerhalb einer Funkzelle aufgeteilt.

Daneben setzten die Betreiberinnen die Ausrüstung ihrer Netze mit LTE-Advanced-Technologie (LTE-A) fort. Damit sind Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s möglich, dank Carrier Aggregation (Zusammenlegung von Kanälen) sogar bis 450 Mbit/s. Der Internetzugang wird so noch schneller und komfortabler.

Ende 2019 erreichte die Abdeckung mit LTE (4G) laut Angaben der drei Schweizer Anbieterinnen Salt, Sunrise und Swisscom mindestens 99 % der Bevölkerung. Auch in Bezug auf die LTE-A-Technologie (4G+) vermelden alle Betreiberinnen hohe Netzabdeckungen: Bei Swisscom sollen es bereits 96 % mit Geschwindigkeiten bis zu 300 Mbit/s und sogar 72 % mit Höchstgeschwindigkeiten von 500 Mbit/s sein.

Im Anschluss an den Erwerb zusätzlicher Frequenzen Anfang 2019 begannen die Anbieterinnen mit dem Aufbau ihrer 5G-Mobilfunknetze. Swisscom nahm ihr 5G-Netz, welches bis Ende 2019 90 % der Bevölkerung abdecken sollte, am 17. April 2019 in Betrieb. Sunrise ihrerseits lancierte ihr 5G-Angebot am 4. April 2019 und erreichte im Dezember 2019 bereits mehr als 384 Städte und Ortschaften, wobei die Anbieterin eine Abdeckung von 80 % der lokalen Bevölkerung erzielte.

Die neue 5G-Technologie ist eine Weiterentwicklung von 4G. Zudem nutzt 5G heute auch ganz ähn¬liche Frequenzen wie der bisherige Mobilfunk und ist dieselben Strahlungsgrenzwerten unterworfen.

5G zeichnet sich im Vergleich zu 4G durch eine bis zu 100-mal schnellerer Datenübertragung (1 Gbit/s und mehr) und durch viel kürzere Reaktionszeiten aus. Auch können viel grössere Datenmengen transportiert und viel mehr Geräte parallel bedient werden (bis zu einer Million Gegenstände pro km2). 5G ist auch effizienter bezüglich Frequenznutzung und Energieverbrauch.

Für die Zukunft der Schweiz ist die neue Technologie von grösster Bedeutung, da sie viele neuartige Anwendungen möglich macht, wie etwa durch die Vernetzung vieler Geräte und Sensoren (Internet der Dinge, IoT), die zeitkritische, zuverlässige Fernsteuerung (z.B. Tele-medizin oder Industrie 4.0) oder selbstfahrende Fahrzeuge, die sehr viele Daten verarbeiten. 5G wird künftig auch eine zentrale Rolle bei der Steuerung einer ressourcen- und energieschonende Wirtschaft spielen.

Weltweit schritt die Verbreitung der 4G/LTE-Technologie auch im Berichtsjahr rasch voran. Gemäss GSA (Global mobile Suppliers Association) gab es im Herbst 2019 rund um den Globus 4,98 Milliarden LTE/4G-Abonnemente, das sind über 55 % aller Mobilfunkabonnemente weltweit. Laut GSA hat sich noch keine Mobilfunktechnologie so rasch durchgesetzt wie LTE.

Angaben von GSMA (GSM Association) zufolge hat LTE/4G im Jahr 2018 überall auf der Welt 2G überholt und sich als dominierende Mobilfunktechnologie durchgesetzt. Mehr als die Hälfte aller Mobilfunkverbindungen (52 %) auf der ganzen Welt wurden 2019 auf diesem Standard abgewickelt. Bis 2025 dürfte dieser Wert auf 56 % steigen. Gleichzeitig hält auch 5G Einzug in den Alltag. In zahlreichen Ländern, darunter auch die Schweiz, wurden erste kommerzielle Angebote bereits am Markt eingeführt. Laut Schätzungen von GSMA dürfte die Zahl der 5G-Mobilfunkanschlüsse bis 2025 auf 1,8 Milliarden Einheiten steigen, was 20 % aller Mobilfunk-anschlüsse entsprechen würde. In Europa könnte dieser Anteil knapp 35 %, in Nordamerika 48 % und in den entwickelten Volkswirtschaften Asiens gar 50 % erreichen.

Letzte Änderung 03.06.2020

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