Ausgabe 2008
In der Telekommunikation war das Jahr 2008 kein Krisenjahr, sondern ein Jahr, das wichtige Impulse für die Zukunft gab.
Glasfaser heisst die Festnetz-Technologie der Zukunft. Die Erneuerung des alten, aus Kupferkabeln bestehenden Anschlussnetzes mit Glasfaser gewann 2008 stark an Dynamik. Eine ganze Reihe städtischer Elektrizitätswerke (EW) stellte 2008 ihre Pläne zur Erschliessung der Haushalte mit einem Glasfasernetz vor. Speziell die Bau-Fortschritte des EW der Stadt Zürich liessen Swisscom im Rennen um das Festnetz der Zukunft schnell ebenfalls den Netzausbau in Angriff nehmen. „Fiber to the Home“ (FTTH) wurde 2008 nicht nur in den Medien, sondern auch in der Politik zum Telecom-Thema Nummer eins.
Für die ComCom wurde dabei sichtbar, dass in der Branche Diskussions- und Koordinationsbedarf bestand. Deshalb hat die ComCom einen „FTTH-Roundtable“ als Diskussionsplattform für die Branche ins Leben gerufen und 2008 zweimal durchgeführt. Auf technischer Ebene sind die Standardisierung bei den gebäudeinternen Installationen und ein koordinierter Netzaufbau anzustreben. Von grundlegender Wichtigkeit ist, dass durch ein neues Hochgeschwindigkeitsnetz der errungene Wettbewerb und die freie Anbieterwahl für die Kunden erhalten bleiben.
Darob ging fast vergessen, dass im Jahr 2008 auch die Entbündelung äusserst viel versprechend gestartet ist – von fast null auf über 56'000 Anschlüsse im März 2009. Die Investitionen einiger Firmen in die Entbündelung führen zu einer erfreulichen Belebung des Wettbewerbs.
Auch aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten war 2008 somit ein erfreuliches Telecom-Jahr: Neuartige, günstigere Angebote dank beginnender Entbündelung und insgesamt leicht sinkende Preise, was eine inflationsdämpfende Wirkung hatte. Die Grundversorgung mit ihrem Basisangebot an günstigen und qualitativ hoch stehenden Telecom-Diensten ist zudem in der ganzen Schweiz vollumfänglich sichergestellt.
Bei weiterhin zunehmendem Konsum von Telecom-Diensten blieb die Schweiz bei den Ausgaben die Spitzenreiterin Europas. Hierzulande betragen die jährlichen Telecom-Ausgaben pro Kopf rund 1400 Franken, der Durchschnitt in der EU15 liegt fast ein Viertel tiefer.
Trotz wirtschaftlich turbulenten Zeiten steht die Telecom-Branche auch Ende 2008 gut da. Zwar dürften der Gesamtumsatz der Branche aufgrund sinkender Preise leicht zurück gegangen sein. Die Investitionen und die Zahl der Beschäftigten hingegen blieben schätzungsweise stabil.
Im 2008 hat sich die beginnende Wirtschaftskrise offenbar noch kaum auf die Telecom-Branche ausgewirkt. Es besteht die Hoffnung, dass sich die Telekommunikation in der Krise weiterhin als vergleichsweise robuste Branche erweist.