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Die im April 2008 provisorisch verlängerten GSM-Konzessionen wurden von der ComCom nun bis Ende 2013 erneuert. Damit laufen alle GSM-Konzessionen zum selben Zeitpunkt aus (Swisscom, Sunrise, Orange und In&Phone). Dies gibt der ComCom die Gelegenheit, eine umfassende Neuvergabe aller heute freien bzw. per 2013 und 2016 frei werdenden Mobilfunkfrequenzen durchzuführen. Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) hat mit den Vorbereitungsarbeiten für die Konzessionierung begonnen und führt dazu im Moment eine öffentliche Konsultation durch (vgl. www.comcom.admin.ch/aktuell/konsultationen).
Die nun für viereinhalb Jahre erneuerten Konzessionen zeichnen sich durch zwei wichtige Neuerungen aus:
1) Technologieneutrale Frequenzvergabe
Die ComCom vergibt die bisher ausschliesslich für GSM reservierten Frequenzen technologieneutral, d.h. die Konzessionärinnen dürfen künftig etwa auch UMTS-Systeme im zugeteilten GSM-Spektrum betreiben. Damit begünstigt die ComCom den Umstieg auf fortschrittliche Mobilfunk-Technologien und wirkt möglichen Engpässen beim stark wachsenden mobilen Datenverkehr entgegen.
2) Leichte Umverteilung von Frequenzen
Zur Stärkung des Wettbewerbs ist es aus Sicht der ComCom zudem wichtig, dass alle drei Konzessionärinnen die Möglichkeit haben, UMTS auch in den frequenztechnisch interessanten 900 MHz Frequenzen einzusetzen. Hierfür ist eine leichte Umverteilung von Frequenzen notwendig: Orange, die hierfür zu wenig 900 MHz Frequenzen besass, erhält von Sunrise und Swisscom zusätzliche 900 MHz Frequenzen. Eine Kompensation erfolgt im 1800 MHz Frequenzbereich, wo Orange Frequenzen an Sunrise und Swisscom abtreten muss. Die 900 MHz Frequenzen sind für die Betreiber deshalb attraktiv, weil sie grossräumigere Funkzellen und eine bessere Versorgung in den Gebäuden ermöglichen.
Die Frage der Nutzung der 900 MHz Frequenzen mit UMTS ist überall in Europa ein aktuelles Thema: Versuche mit "UMTS900" wurden in mehreren Ländern durchgeführt, und auch die EU-Kommission will die Nutzung der 900 MHz Frequenzen mit UMTS fördern. Die Europäische Konferenz der Verwaltungen für Post und Fernmeldewesen (CEPT) hatte im Dezember 2006 die notwendigen Rahmenbedingungen zum Betrieb von UMTS-Systemen im GSM-Frequenzspektrum geschaffen.
Hintergrund: bisher vergebene GSM-Konzessionen
Im Jahr 1998 hatte die ComCom zwei GSM-Konzessionen im Rahmen eines Kriterienwettbewerbs für die Dauer von 10 Jahren an Orange und Diax (später Sunrise) vergeben. Eine weitere Konzession mit derselben Laufdauer war der Swisscom zuvor bereits durch das Fernmeldegesetz zugesprochen worden. Da es bei der 2007 beschlossenen Konzessionserneuerung zu unerwarteten Verzögerungen kam, hat die ComCom die Ende Mai 2008 ausgelaufenen Konzessionen provisorisch verlängert.